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Rückblick Sommerakademie 2014

Trotz des leider nasskalten Wetters war die Stimmung gelassen.
In der Mittagspause erholten sich alle gemeinsam beim leckeren Mittagsvesper,
mit Brötchen, gutem fränksichen Brot und Salaten. So war auch Zeit zum
Austausch über allerhand flechterische Belange und auch für Privates.
Es gab Führungen durch die Räumlichkeiten der Staatl. Berufsfachschule für
Flechtwerkgestaltung…eine inspirierende Reise durch die Dachkammern
voll von traditionellen Flechtereien aus aller Welt bis hin zu aktuellen,
modernen Arbeiten von SchülerInnen.
Eine Ausstellung zu Flechtwerken aus Equador, die ein Teilnehmer spontan aus dem Hut zauberte leistete einen wunderschönen Beitrag zur flechterischen Weltreise (Danke dafür!)
Fragen zur Ausbildung, zu Materialquellen, zur Flechterszene….allerhand
wurde zwischendrin und bei abendlichen gemeinsamen Essen erörtert.
Eine inspirierende gemeinsame Zeit…wir freuen uns auf nächstes Jahr.

Jose Schilder aus Holland vermittelte in dem je eintägigen Kurs
für Geübte und Profis das Flechten eines sog. „donkey baskets“.
Ursprünglich aus Irland stammt diese Tradition,
bei der der Korb „auf dem Kopf“ geflochten wird. Die Weiden
werden in den Boden gesteckt (im Kurs ein speziell entwickeltes Steckbrett), als nächstes der Rumpf geflochten
und zum Schluss erst der Boden eingezogen.Bei der speziellen Flechttechnik, die eine Mischung aus „Fitze“ und „Kimme“ ist, kann man mit sehr dickem Material bei relativ wenig Kraftaufwand faszinierend stabile Körbe flechten.

O-Ton einer Teilnehmerin: „Jetzt würde ich gern noch 2 Tage dranhängen
und ausprobieren, was man mit dieser Flechttechnik noch so alles machen
kann“

 

Im 2tägigen Kurs „freies Fitzen“ mit Nina-Regina Nötzelmann
entstanden unterschiedlichste, eigenwillige Flechtwerke.
Zunächst wurden die technischen Grundlagen vermittelt. Wie hält man die
Weiden, wie wird angesetzt, wie werden „Bäuche“ und Verengungen geformt.
Durch Hilfsgestelle wurde das Flechten zu Beginn vereinfacht.
Ein einfaches Flechtprinzip, das jedoch einiges an Knowhow, Übung und Kraft
in den Fingern benötigt. Wenn man es aber einmal beherrscht, lassen sich die unterschiedlichsten Objekte flechten.

 

Monika Engelhardt vermittelte im Kurs „runder Gartenkorb“ die Grundlagen
des klassischen Korbflechtens…Boden, Aufstaken, Rumpfkimme, Schicht
einlegen….Zuschlag. Grifflöcher. Viel Wissen und viel Fingerkraft waren gefragt.
Dieses Jahr waren die Kursteilnehmer
so flink, daß sogar das Drehen von Griffen gezeigt werden konnte
und am Schluß gar noch ein kleines „Extra“ erlernt wurde: das Flechten
von sog. „Gwärchkugeln“. Mit viel Spaß waren die TeilnehmerInnen unterschiedlichsten
Alters dabei und sehr zufrieden mit ihren tollen, ganz individuell
gestalteten Körben.

 

Extra aus Dänemark kam Ane Lyngsgaard  nach Lichtenfels gereist um
in einem 2tägigen Kurs die Grundlagen des Flechtens mit Weidenrinde
zu vermitteln. Sie selbst erlernte diese speziellen Techniken von nordamerikanischen UreinwohnerInnen.
Sehr genau mussten zunächst die Weidenrinden in Streifen geschnitten
werden, bevor sie in ganz genauer Reihenfolge miteinander verflochten wurden,
um dann mit einem „magic trick“ wieder aufgefaltet zu werden.
Mit gewachsten Leinenfäden wurde genäht und gestickt. Trotz genauer Vorgaben
waren doch unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten gegeben. So entstanden
bei allen TeilnehmerInnen eine „Dose“ und eine wunderschöne Tasche.
Nebenbei wurden auch die Grundlagen der Ernte und Aufbereitung von Weidenrinde
vermittelt.
Heinrich Geßlein brachte dazu frisch geerntete Weidenstöcke aus dem
eigenen Weidenanbau mit. ( Für den Kauf von Rinde und Weiden. Tel: 09574-9513 )

 

In den je 1tägigen Kursen vermittelte Monika Nickel die Grundlagen der sog.
Spiraltechnik. Bei dieser Flechtart werden die Weiden „nur“
miteinander verdreht…jedoch auch hier ist Know-how und viel Übung nötig.
Mit einfachen Gartenkugeln wurden zu Beginn die Grundlagen vermittelt.
Mit wie vielen Weiden entstehen welche Formen, wie gibt man die gewünschte
Form, wie wird angesetzt etc. etc. In den Kursen konnten sowohl AnfängerInnen als
auch Fortgeschrittene eigene Ideen umsetzen- egal ob groß oder klein- und
erhielten von der Kursleiterin Hilfestellung und Anleitung.
Entsprechend vielfältig waren die Ergebnisse…und taten am Abend auch
die müden Finger weh.

Wie im letzten Jahr war der Burkina-Kurs von Henny Riedl
mehr als ausgebucht. Mit viel Neugier erlernten die KursteilnehmerInnen
schnell die Grundhandgriffe bei dieser aus Afrika stammenden Flechttechnik.
Nach wenigen, kleinen Übungskörbchen entstanden dann freie Arbeiten.
Riesige runde, flache, flaschenförmige Objekte…Die 2 Tage reichten
gar nicht aus für den entbrannten Flechteifer.